Graffiti als Kunstform

Graffiti begegnen einem schon lange nicht mehr nur in Großstädten. Mittlerweile findet man die bunten Bilder sogar in ländlichen Gegenden überall auf Brücken, in Tunnels und auf Hausfassaden.

Als Graffiti werden Bilder oder Schriftzüge bezeichnet, die meist anonym mit verschiedenen Techniken auf Oberflächen des privaten oder öffentlichen Raumes angebracht werden.

Die bekannteste Technik des Graffiti ist wohl das Arbeiten mit Farb-Spraydosen. Deshalb werden die Schaffer umgangssprachlich oft als “Sprayer” bezeichnet.

Die Motivation für Graffiti ist sehr verschieden. So gibt es Bandengraffiti, die Straßenbanden als “Reviermarkierung” ansehen und keinerlei künstlerischen Wert besitzen, sowie Hooligan-Markierungen, die dem selben Zweck dienen. Auch politisch motivierte Graffiti mit unterschiedlichen Slogans sind meist sehr einfach gehalten. Als Vandalismus gelten die sogenannten Klograffiti. Sprüche, Namen oder Wörter werden zusammenhanglos und meist an öffentlichem Eigentum hinterlassen.

Im extremen Gegensatz dazu stehen künstlerisch anspruchsvolle Graffiti, bei denen die Ästhetik im Vordergrund steht. “Writings” etwa, aufwendig gestaltete Schriftzüge, die meist der Hip-Hop-Kultur entstammen, gehören in diese Sparte. Die Königsklasse in der Szene stellen Street-Art-Graffiti (Street Art – engl. Straßenkunst) dar. Da die meisten Künster illegal ihre Werke anbringen, verwenden sie ein Pseudonym, das oft nur anderen Sprayern ein Begriff ist. Diese Bilder stellen oft Personen, abstrakte Formen, Landschaften oder Szenerien dar und enthalten in der Regel keine Schrift.

Gerade im Street-Art-Bereich haben einige Sprayer mittlerweile weltweite Berühmtheit erlangt, wie etwa Banksy oder Keith Haring. Es ist immer noch umstritten, ob man die bunten Werke als Kunst einstufen sollte, dennoch würde das Stadtbild ohne Graffiti wohl ungewohnt steril erscheinen.